Sicherheit

Tipps aus erster Hand

Hier finden Sie exklusive Sicherheitstipps von der Kantonspolizei Basel-Stadt.

Velodiebstahl

In der Schweiz werden jährlich zehntausende Velos gestohlen.
Geben Sie Velodieben keine Chance!

Sichern Sie Ihr Velo mit einem Ketten-, Bügel- oder Panzerkabelschloss.
 

  • Velo auf einem übersichtlichen, dafür vorgesehenen Parkplatz abstellen
  • Velo immer mit einem qualitativ hochwertigem Ketten-, Bügel- oder Panzerkabelschloss sichern
  • Immer Rahmen und ein Rad zusammen sichern
  • Wenn möglich Velo an einen Veloständer ketten oder mit einem zweiten Velo verbinden
  • Teure Komponenten sichern und keine Schnellverschlüsse verwenden
  • Velo über Nacht im Keller oder in der Garage ein- und anschliessen
  • Falls das E-Bike über Nacht draussen bleibt: Akku ins Haus nehmen

Registrieren Sie Ihr Velo.

Seit der Abschaffung der Velovignette müssen Velobesitzer selber sicherstellen, dass ihr gestohlenes Zweirad identifiziert werden kann.

www.velofinder.ch / www.suisse-velo.ch / www.easyfind.ch

Versichern Sie es gegen Diebstahl.

Der Diebstahl eines Velos ist in der Regel über die Hausratversicherung gedeckt (Selbstbehalt). Vorsicht bei teuren E-Bikes, für welche es eventuell eine separate Versicherung benötigt.

Erstatten Sie nach einem Velodiebstahl immer eine Anzeige.

Am besten gleich online unter www.suisse-epolice.ch oder auf jeder Polizeiwache oder jedem Polizeiposten.
Für eine Anzeige benötigen Sie die Daten des Velos: Marke, Farbe, Rahmennummer und mögliches Zubehör.
Aufgefundene Velos können ohne Anzeige nur sehr schwer zugeordnet werden: Deshalb immer eine Anzeige erstatten!

Wichtig: Taschendiebe haben es vermehrt auf Taschen und Rucksäcke im Velokorb abgesehen. Achten Sie auf Ihre Wertsachen und führen Sie diese wenn möglich nicht im Velokorb mit!

Telefonbetrug

Tag für Tag fallen Menschen auf die cleveren Tricks von Betrügern rein: Telefonbetrug kennt keine Grenzen. Ausgegeben als Verwandte, gute Bekannte, aber auch als Polizisten versuchen die Telefonbetrüger mit durchaus glaubhaften und angsteinflössenden Geschichten das Vertrauen der Opfer zu gewinnen – und damit deren Geld.

Thomas Hartmann arbeitet als Sicherheitsberater Ressort Kriminalprävention bei der Kantonspolizei Basel-Stadt. Er ist ein Experte auf seinem Gebiet und erlebt fast täglich Fälle von Enkeltricks, falschen Polizisten oder angeblichen Computer Supporter, die es auf «unser» Geld abgesehen haben.

Im Interview erzählt er, wie die Telefonbetrüger vorgehen und welche dreisten Tricks sie anwenden. Dazu gibt er Tipps, wie Sie sich schützen können. Zum Video

Herr Hartmann, welche Art von Telefonbetrügern gibt es?

«Es gibt unterschiedliche Telefonbetrüger, aber ich kann einige Beispiele nennen:

  • Zeitungsabo-Verkäufer - Hier ist Vorsicht geboten: Ein mündlicher Vertrag am Telefon ist ein rechtsgültiger Vertrag in der Schweiz. Die Antworten der betroffenen Person werden so zurecht geschnitten, dass es am Schluss heisst: «Sie haben mit «Ja» geantwortet und somit ein Abo abgeschlossen...» und das, obwohl dies gar nicht erwünscht war.
  • Weinverkäufer - Der Betrüger erzählt von offenen Rechnungen, welche das Opfer unverzüglich begleichen muss, ansonsten drohen Betreibungen.
  • Falscher Banker - Eine Bank kontaktiert niemanden, um die Bankdaten von Kundinnen und Kunden zu erfragen. Der Betrüger denkt sich Geschichten aus, zum Beispiel dass eine plötzliche Störung aufgetreten sei und die Bankdaten in Gefahr wären.
  • Klassischer Enkeltrick-Betrüger - Die ältere Person fragt beim vermeintlichen Enkel nach, ob alles gut sei und der Betrüger erzählt von Problemen und Geldsorgen.
  • Lotterie-Mitarbeiter - Man kann kein Lotto oder in einem Wettbewerb gewinnen, ohne vorher zu spielen.
  • Falsche E-Mails von DHL oder Post - Dieser Trick hat nichts mit Telefonbetrug zu tun, jedoch ist es sehr wichtig zu wissen, dass viele Menschen auf diesen reinfallen. Man wird aufgefordert, einen bestimmten Betrag zu überweisen, ansonsten erhält man sein Paket nicht.»

Wie ist es möglich, dass eine «fremde» Person mich am Telefon dazu bringen kann, mein Geld und Schmuck jemandem auf der Strasse zu übergeben oder irgendwo zu deponieren?

«Ich erkläre es am Beispiel mit dem falschen Polizisten. Der Betrüger ruft eine ältere Person an, und erzählt, dass in der Nacht zuvor vier Einbrecher gefasst wurden. Einer dieser Einbrecher hatte ein schwarzes Büchlein dabei, in dem Namen notiert sind, unter anderem auch von dieser älteren Person. Nun erklärt der falsche Polizist, dass weitere Einbrüche befürchtet werden. Damit die betroffene Person sich davor schützen könne, wird sie gebeten, alles Geld und den Schmuck zusammen zu packen und einem zivilen Polizisten zu übergeben. Der Betrüger macht dem Opfer Angst und betont, dass es sich um eine ernste Angelegenheit handle und die Anweisungen unbedingt zu befolgen seien. Und natürlich sei es sehr wichtig, niemandem davon zu erzählen.»

Kann es sein, dass ich von dem Betrüger ein zweites Mal angerufen werde, damit die «Geschichte» glaubhafter und echter wirkt?

«Ja, es gibt Fälle, in welchen die Betroffenen ihre Wertsachen bereits zusammengepackt haben und davon überzeugt waren, es käme nun ein ziviler Polizist vorbei. Jedoch kommt dann ein weiterer Anruf, dass die Situation zu gefährlich sei und die Polizei observiert werde. Das Opfer wird aufgefordert, die Wertsachen in einen Plastiksack zu stecken, das Haus zu verlassen, am Telefon zu bleiben und auf keinen Fall mit jemandem darüber zu sprechen, da es sich um eine verdeckte Operation handle. Die Person muss den Plastiksack an einen bestimmten Ort deponieren und einfach weiterlaufen. Die Wertsachen werden danach von einem der Telefonbetrüger abgeholt.»

In diesem Jahr wurden bereits weit über 1100 Personen im Alter zwischen 72 und 95 Opfer von versuchten (und leider auch einigen vollendeten) Telefonbetrugsfällen. Wie erklären Sie das hohe Alter?

«Die Betrüger gehören zu einem riesigen Netz und nicht selten sprechen wir von ganzen Callcentern, die von morgens bis abends das Telefonbuch hoch und runter telefonieren. Meistens haben sie bei den älteren Menschen mehr Chance, an Geld zu kommen. Die Senioren wohnen vielleicht alleine, weil der Partner oder die Partnerin verstorben ist und fühlen sich oft einsam. Dadurch öffnen sich die älteren, meist sehr hilfsbereiten Menschen, freuen sich über einen Anruf und eine neue «Aufgabe» im Leben. Die Telefonbetrüger sind clever und suchen bewusst im Telefonbuch nach «alten» Vornamen, die heutzutage nicht mehr an Kinder vergeben werden. Es gibt zwei Möglichkeiten, sich zu schützen: Entweder lässt man sich komplett aus dem Telefonbuch entfernen, oder man lässt nur den ersten Buchstaben vom Vornamen erscheinen und nicht mehr den ganzen Namen.»

Wählen Sie bei jedem Verdacht die Polizeirufnummer 117.

Weitere Tipps finden Sie unter https://telefonbetrug.ch/

 

Text & Foto: Lucy Saam