Aktuelle Nr.

Aktuelle Ausgabe

Juni - Juli Nr. 3 2017

Titelblatt Akzent Magazin Juni-Juli Nr. 3 2017 30 Jahre Akzent Magazin

Inhalt

Jubiläumsausgabe mit mehr als zwei Dutzend Artikeln, die in den vergangenen Jahren publiziert wurden - neu überarbeitet und gestaltet.

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Vor etwas mehr als drei Jahrzehnten, am 1. Dezember 1986, erschien die erste Ausgabe des Akzent Magazins. Es handelte sich um eine Notgeburt. Die Dienstleistungen von Pro Senectute Basel-Stadt erlebten in jenen Jahren einen Boom und man wusste sich nicht anders zu helfen, als die zahlreichen Angebote in den Bereichen Bildung und Sport, Hilfen zu Hause und Sozialberatung, die bislang mit Flyern und Leporellos beworben worden waren, gebündelt in einem Heft zu publizieren. Vier Jahre später entschloss sich eine inzwischen neue Geschäftsleitung, das Programmheft mit zusätzlichen Artikeln attraktiver zu gestalten. Aus dieser Idee entstand im Laufe der Jahre ein Magazin, das heute von rund 14 000 Menschen (nicht nur Pro Senectute-Kundinnen und -Kunden) gelesen  wird  und das einen finanziellen Überschuss erarbeitet, der vollumfänglich der Altersarbeit in Basel-Stadt und Baselland zugutekommt. Was aber macht den unbestreitbaren Erfolg einer Zeitschrift aus, die von einer der Gemeinnützigkeit verpflichteten Organisation herausgegeben wird?

«Unser zentrales Interesse galt stets dem sozialen und kulturellen Engagement von Menschen für eine lebenswerte Gesellschaft.»

Vielleicht hat es damit zu tun, dass wir uns stets geweigert haben, unsere Leserinnen und Leser als ältere Menschen anzusprechen. Alter ist ja nur einer von vielen Faktoren, die einen Menschen ausmachen. Man ist auch eine Frau, ein Mann, man hat einen gewissen Bildungshintergrund, einen sozialen Status, ist Staatsbürger/-in und ist deshalb mässig daran interessiert, ausschliesslich mit Infos für Menschen im Alter von 60 plus konfrontiert zu werden. So entschlossen wir uns, keine «Zeitschrift für die Alten» zu machen, sondern ein Magazin zu konzipieren, das sich schwergewichtig mit den Themen Gesellschaft, Lokalgeschichte und Kultur auseinandersetzt, mit Themen, die für viele spannend sind. Wenn wir heute die weit über hundert Ausgaben der vergangenen dreissig Jahre durchblättern, so stellen wir rückblickend fest, dass es eine Art tour d’horizon über Basel und seine Region war, die wir in gegen tausend sorgfältig recherchierten Artikeln und unzähligen Fotos zu Papier gebracht haben. Unser Anliegen war es stets, jenen Themen nachzuspüren, welche die Einzigartigkeit eines Lebensraumes ausmachen, jenem Unverwechselbaren, das einem das Gefühl gibt, ja, hier bin ich zu Hause. Was das letztlich ist, sind weniger Politik und Wirtschaft, deren Mechanismen überall mehr oder minder gleich sind. Hier das Streben nach möglichst grossem Gewinn, auch auf Kosten Tausender von Arbeitsplätzen, dort die nicht selten zänkischen Auseinandersetzungen zwischen «Rechts» und «Links» und das Ringen um Kompromisse. Darüber wird in den Medien zur Genüge berichtet, und das alles hat wohl wenig mit – nennen wir das Kind beim Namen: Heimat zu tun. Was uns mit einer Region, einer Stadt oder einem Dorf verbindet, das sind die Menschen, die vor uns am Rheinknie lebten, und – abgesehen von unseren Angehörigen – vor allem jene, mit denen wir im Hier und Jetzt Nachbarschaft pflegen, mit denen wir arbeiten, unsere Freizeit verbringen und Beziehungen aufbauen.

Das ist auch das, was das Redaktionsteam des Akzent Magazins interessiert. Und so haben wir uns im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einerseits mit lokalhistorischen Ereignissen befasst, die unseren Lebensraum teilweise bis heute prägten, und andererseits sind wir der Frage nachgegangen, wie und weshalb funktioniert eine städtische und regionale Gemeinschaft. Für uns stand dabei die Zivilgesellschaft im Zentrum, jener Bereich, in dem sich Menschen in Organisationen zusammenschliessen, um gemeinsam bestimmte soziale, kulturelle, religiöse und sportliche Ziele zu verfolgen. Es ist jenes weite Feld von freiwilligem und ehrenamtlichem Engagement, das Tausende unentgeltlich erbringen und das nicht über Steuergelder finanziert wird. Das Spektrum ist gross. Es reicht, um ein paar Beispiele zu nennen, vom Roten Kreuz, Greenpeace und Amnesty International über Spitex, Pro Senectute, Landwirtschaftsgenossenschaften und Mobility bis hin zum Turnverein, Männerchor und kleinen Dorftheater. Dazu kommen jene Menschen, die ihre Enkelkinder betreuen oder kranke Verwandte und Nachbarn pflegen. Die grossen Leistungen, die in diesem Bereich erbracht werden, werfen keinen Gewinn ab. Sie sind nicht marktfähig und deshalb für die Wirtschaft uninteressant. Ein drittes Thema, das in der Vergangenheit immer wieder in unserem Magazin behandelt wurde, ist die Kultur: weniger die grossen Kulturinstitutionen, über die wir zwar auch geschrieben haben, als einzelne Künstler.

Und so berichten wir in unserer Jubiläumsausgabe vor allem über Menschen, solche, die längst gestorben sind, und solche, die unter uns leben, und über ihr Engagement für eine lebenswerte Gesellschaft. Wir haben mehr als zwei Dutzend Artikel, die wir in den vergangenen Jahren publizierten, neu überarbeitet und gestaltet. Die meisten Bilder stammen von unserem Hausfotografen Claude Giger. Für das Design des Heftes war Gisela Burkhalter zuständig und die redaktionelle Betreuung lag in den Händen von Werner Ryser.

Wir hoffen, dass Ihnen die Lektüre der Sonderausgabe mindestens so viel Freude bereitet wie uns unsere voyage sentimental in die Vergangenheit des Akzent Magazins.

Herzlich
Ihr Akzent-Team


Abschied

Wir, Sabine Währen und Werner Ryser, verabschieden uns von Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser.

Seit den frühen Neunzehnneunzigerjahren zeichneten wir verantwortlich für das Akzent Magazin. Wir haben abwechslungsweise die Aufgaben als Herausgeber/in und Redaktionsleiter/in übernommen, wir haben ein Team aus erfahrenen Medienfachleuten und aus jungen, am Journalismus interessierten Studentinnen und Studenten aufgebaut, wir haben die Texte unserer Kolleginnen und Kollegen redigiert und vor allem haben wir selber unzählige Artikel geschrieben – die meisten davon in unentgeltlicher Freizeitarbeit – neben unserer Tätigkeit als Geschäftsleiterin respektive Geschäftsleiter von Pro Senectute beider Basel (bis 2011 Werner Ryser, seither Sabine Währen). Die Betreuung des Akzent Magazins war für uns nicht nur eine spannende Herausforderung, sondern auch eine Herzensangelegenheit. Wir haben es stets als Privileg erachtet, eine Zeitschrift herausgeben und weiterentwickeln zu dürfen, die sich trotz einem schier unübersehbaren Angebot auf dem Medienmarkt während dreissig Jahren erfolgreich behauptet hat.

Jetzt ist es Zeit, «unser Kind» in jüngere Hände zu übergeben, und wir wünschen der neuen Redaktionsleitung, die ab August 2017 für das Magazin zuständig ist, alles Gute.

Bei Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, bedanken wir uns für Ihr Interesse und Ihre Treue und wir hoffen, dass Sie auch in Zukunft viel Freude am Akzent Magazin haben werden.

Herzlich
Sabine Währen    Werner Ryser